Bericht zur 15. Ökumenische Reise der Freitaler Kirchgemeinden: Auf den Spuren der Heiligen Familie - 8 Tage Ägypten (von Kairo bis Alexandria)
Rückblick auf unsere Reise nach Ägypten
Auf den Spuren der Heiligen Familie - 8 Tage Ägypten (von Kairo bis Alexandria)
Die 15. Ökumenische Reise der Freitaler Kirchgemeinden in der Zeit vom23. bis 30.10.2023 stand unter dem Thema „Auf den Spuren der Heiligen Familie unterwegs“. Dieser Leitgedanke bewegte uns, als wir bei der Vorbereitung der Reise nach Ägypten unsere Erwartungen beschrieben. In der Bibel gibt es nur eine Stelle bei Mt 2,13-15.19-23. Was ist davon übriggeblieben und war daraus entstanden?
Unsere Reise begann in Kairo, wo wir vier Tage verbrachten, und führte uns weiter nach Alexandria an die Mittelmeerküste. Nach zwei Tagen ging es wieder zurück nach Kairo.
In Kairo und Umgebung sahen wir die berühmten Pyramiden von Sakkara und Gizeh, waren in einer der ältesten Pyramiden Ägyptens und sahen den großen Sphinx aus unmittelbarer Nähe. Wir besuchten die erste Hauptstadt des geeinten Reiches Ober- und Unterägyptens, Memphis und das alte Ägyptische Museum. Auch wenn die bedeutenden Artefakte bereits in das neue “Große Ägyptische Museum“ umgezogen waren, sind die verbliebenen Stücke ein beeindruckendes Zeugnis von 5000 Jahren Kulturgeschichte.
Das Islamische Viertel mit der Zitadelle, der Mohamed Ali Moschee und dem großen Basar war für uns eine andere, hektische und farbenfrohe Welt. Für uns kaum nachvollziehbar waren die offensichtlich nicht vorhandenen Regeln im Straßenverkehr. Keine Vorfahrtsrechte, alle fahren rücksichtsvoll, auf einer vierspurigen Straße fahren stets mindestens fünf Autos nebeneinander. Eselkarren mitten zwischen den Autos sind völlig normal. Man sagt, man kann in Kairo ohne Bremse und ohne Licht fahren, aber nicht ohne Hupe…
Unsere Vorstellungen zum Christentum in Ägypten wurden durch den Besuch des koptischen Viertels, der vielen koptischen Kirchen und Klöster völlig auf den Kopf gestellt. Die Koptische Gemeinde hat etwa 10% Anteil an der Bevölkerung und ist im Stadtbild an den Kreuzen auf den Kirchen, die die Häuser in den Vierteln immer sichtbar überragen, unverkennbar. Was uns ebenfalls sehr bewegte, war traditionelle religiöse Frömmigkeit um die Legenden zum Aufenthalt der Heiligen Familie in Ägypten. Einige Orte sind besonders verehrte Wallfahrtsstätten geworden, wie zum Beispiel die Marienkirche von Zeitoun, wo die Heilige Familie nach der Flucht aus Bethlehem weilte oder Matariya, der Ort mit dem uralten „Baum der Jungfrau Maria".
Im Wadi El Natrun besuchten wir drei sehr alte Klöster, welche sich durch eigene Landwirtschaft selbst finanzieren. Am Rande der Lybischen Wüste blieb uns das St. Minas Kloster besonders in Erinnerung. Eine riesige Anlage, sehr viele neu gebaute Gebäude und mit einer sehr großen modernen Kirche. Die Bibliotheca Alexandria, ist ein außergewöhnlicher Komplex, die nicht nur als Uni-Bibliothek dient, sondern auch Schriften aus aller Welt und allen Sprachen sammelt.
Wir haben den krassen Unterschied zwischen Armut und Reichtum gesehen. Es gibt keine soziale Absicherung. Wer leben will, muss arbeiten. Zum Thema Umweltschutz und Plastikmüll gibt es trotz Verbesserungen in den letzten Jahren noch viel Luft nach oben.
Ein Dank gilt unserem ägyptischen Reiseleiter Adam. Er verstand es, uns Geschichte, Land und Leute interessant und kurzweilig zu vermitteln.
Was unsere Reisegruppe besonders schätzte, war das Gemeinschaftserlebnis, unterwegs zu sein mit Gleichgesinnten, wo Morgen- und Abendandacht gestaltet durch verschiedene Reiseteilnehmer, Pfarrerin Fähndrich und Pfarrer Singer, fester Bestandteil des Tagesablaufes waren.
Für die Reisegruppe Norbert Klitsche-Schubert
St.Marcus Kathedrale in Kairo
Weg der Hl Familie in Ägypten