1957-1979 - Neubau

Der Neubau wurde vom Architekten Egon Körner (gest. am 22.März 1986) konzipiert.

Nach unermüdlichen Bemühungen von Pfarrer Preihs konnte am 13.02.1957 der 1. Spatenstich für unsere neue Kirche erfolgen. Am 06.07.1957 (am Nachmittag) versammelte sich die Gemeinde zur feierlichen Grundsteinlegung, die von Erzpriester Propst Sprentzel aus Dresden durchgeführt wurde, Pfarrer Preihs hielt die Begrüßungsansprache.

Als Gäste waren u. a. anwesend:

  • Architekt Körner
  • Die Pfarrer von Freital und Wilsdruff
  • Pfarrer Endler als Vertreter der Superintendentur
  • Bürgermeister Schütz
  • Baumeister Paul Barsch aus Dippoldiswalde und Maurer
  • Vertreter des Rates des Bezirkes und Rates des Kreises

Die “Union” vom 09. Juli 1957 berichtete in ihrem Artikel: „Wo einst der Reich-Gottes-Stollen“ lag über dieses festliche Ereignis:

Die Festpredigt hielt Propst W. Sprentzel:

„Wir weihen den Grundstein und erinnern uns dabei daran, dass nur Gott der Herr unsere Bemühungen segnen kann.“ Weiter sagte er sinngemäß: Die Gemeinde soll eine große Familie bilden und mitwirken am Frieden ihrer Stadt, am Frieden unseres Vaterlandes und am Frieden in der Welt.

Nach der Festpredigt nahm Propst Sprentzel die Weihe des Grundsteines vor, er tat die ersten drei Hammerschläge, weitere wurden von Pfarrer Preihs, dem Architekten Körner, dem Baumeister Barsch aus Dippoldiswalde und einem der Maurer vorgenommen.

In den Baustein war vorher eine Urkunde eingefügt worden, die eine kurze Schilderung über die Entwicklung der katholischen Kirchgemeinde und über die Zeitumstände enthielt. Die Urkunde wurde zusammen mit einigen Münzen und Fotografien aus der Umgebung von Dippoldiswalde in einer kupfernen Büchse verschlossen. Danach vermauerten die Bauleute den Grundstein, der durch ein eingemeißeltes Kreuz zu erkennen ist. Er befindet sich in der Nordostecke des Saales.

Am Schluss des Festaktes sprach Pfarrer Hermannspan aus Freital, Pfarrer Endler überbrachte Glückwünsche der evangelischen Gemeinde und Pfarrer Preihs dankte allen am Bau Mitwirkenden.

Während des Baus leisteten zahlreiche Gemeindemitglieder viele freiwillige Arbeitsstunden, Pfarrer Preihs stand selbst immer mit auf dem Bau. Die katholische Jugend aus Dresden-Strehlen und Freital half ebenfalls.

Am 15.12.1958 hielt Architekt Körner während einer Adventsfeier im Bahnhotel hielt für die Gemeinde den Vortrag: „Ein geistiger Rundgang durch unsere entstehende Kirche“.

Endlich war es dann so weit!

Am 13.09.1959 erfolgte die Kirchweihe durch Bischof Dr. Otto Spülbeck.

Im Artikel der „Union“ von September 1959 „Gotteshaus in lichter, schlichter Schönheit“ ist unter anderem zu lesen:

„Mit Mitteln des Bistums und durch Spenden der Gemeinde ist das Kirchlein dann emporgewachsen bis zu seiner lichten und schlichten Schönheit. Der Dresdner Architekt Körner hat hier eine glückliche Hand bewiesen und er fand in den Bauleuten der Firma Barsch aus Dippoldiswalde Arbeiter, die seinen Ideen mit Sorgfalt Gestalt gaben. Man ist überrascht, mit welch einfachen Mitteln hier manchmal frappierende, aber niemals in Äußerlichkeiten abgleitende Wirkungen erzielt wurden: der Sandsteinaltar, die aus einfachen Sandsteinen gestaltete Balustrade der Orgelempore, die neuartige Decke aus Tannenfurnieren, die Kommunionbank. […]

In den nächsten Jahren wird noch immer an die Opferwilligkeit der Gemeinde appelliert werden müssen. Es fehlen dem Gotteshaus noch die Glocken und die Orgel, und der Wunsch der Gemeinde geht auch nach einem Pfarrhause neben der Kirche. Viele Wünsche, viele Aufgaben! Aber die größte darf mit der Kirchweihe wohl als gelöst betrachtet werden.“
Weitere wichtige Daten und Ereignisse

1968 bis 1971:

  • Bau des Jugend- bzw. Pfarrzimmers (damit wurde ein Raum für Religionsunterricht und die Frohe-Hergott-Stunde geschaffen, die vorher in der Küche abgehalten wurden)
  • Wand im Saal eingezogen/Trennung vom Seitengang als Abstellfläche (vorher Trennung durch Vorhang), 2 Türen eingebaut (Nach Aussagen von Gemeindemitgliedern durfte der Saal ursprünglich nicht als Gemeinderaum gebaut werden, sondern als Kohlenkeller für die Heizung)
  • Verkleinerung der Saalfenster, war aus Platzgründen für Einbau der neuen Heizung erforderlich
  • Bau der beiden Garagen

1974: Genehmigung des Baues eines Pfarrhauses neben der Kirche (über LIMEX)

1976: Das Pfarrhaus ist bezugsfertig.

23.09.1979: Orgelweihe durch Weihbischof Georg Weinhold

Der Baubeginn der Orgel durch Orgelbaumeister Wilhelm Rühle/Moritzburg verzögerte sich, da die Firma Rühle unter Androhung der Verstaatlichung vom Staat verpflichtet wurde, zunächst eine Orgel in Thüringen zu restaurieren, die anlässlich eines Jubiläums zum Bauernaufstand fertig sein musste.

Die Finanzierung unserer Orgel erfolgte über Spenden: Außergewöhnliches Engagement ging dabei von Herrn Schneidermeister Walter Horn aus. Von ihm stammte die Idee der Spendenbauklötze für die Orgel, die dann verkauft wurden.

Pfarrer Gröger erinnert sich: „Bei der Übernahme der Pfarrei als Pfarrer am 15.10.1971 fand ich eine Postkarte mit stilisierter Orgel. Von dieser Postkarte hatte Herr Schneidermeister Horn eine Serie anfertigen lassen (vermutlich beim Fotografenmeister Gürtler) und für eine Spende für die Orgel verkauft. Seitdem bestand ein Orgelkonto.“

Zur Orgelweihe konnte Frl. von Gleichenstein noch einmal anwesend sein. Pfarrer Gröger berichtet weiter: „Matthias Eisenberg hatte „heimlich“ an der Weihe teilgenommen. Er bat anschließend, auf ihr spielen zu dürfen und ist auch später noch manchmal gekommen, um darauf zu spielen.“

20. Januar 1985: Glockenweihe durch Bischof Gerhard Schaffran

Entwurf: Glockengießermeister Franz Peter Schilling, Apolda

Hersteller: VEB Glockengießerei Apolda (vormals Fa. Schilling)

Der erste Guss der Glocken im Herbst 1984 misslang leider. Der zweite Guss am Vormittag des 13.12 1984 war erfolgreich. Einige Gemeindemitglieder konnten dies mit eigenen Augen verfolgen (Kaplan B. Gaar, M. Böhme (PGR-Vorsitzender), A. Hartmann).

Ostern 1985 (zur Auferstehungsfeier) läuteten die Glocken zum ersten Mal, von da an täglich 6:00 (heute 7:00), 12:00 und 18:00 Uhr

Die Höhe des Glockenturmes beträgt 26 m.

Glocken:

  • Christusglocke „Kommt und hört“ 750 kg Ton g’ – Durchmesser: 1050 mm
  • Konradglocke „Dienet in Liebe“ 400 kg Ton b’ – Durchmesser: 850 mm
  • Marienglocke „Verkündet in Freude“ 300 kg Ton c’ – Durchmesser: 770 mm

(R. u. Ch. Gehmlich)